{"id":2621,"date":"2023-06-20T10:38:09","date_gmt":"2023-06-20T10:38:09","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.ksk.ch\/?p=2621"},"modified":"2023-06-20T10:45:29","modified_gmt":"2023-06-20T10:45:29","slug":"ksk-jugend-schreibt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.ksk.ch\/index.php\/2023\/06\/20\/ksk-jugend-schreibt\/","title":{"rendered":"KSK-Jugend schreibt"},"content":{"rendered":"\n<p>Jedes Jahr erm\u00f6glicht die F.A.Z. (Frankfurter Allgemeine Zeitung) Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fclern der Jahrgangsstufen 8 bis 13 am Projekt \u00abJugend schreibt\u00bb teilzunehmen. Weltweit bewerben sich seit 36 Jahren verschiedene Klassen deutschsprachiger Schulen, von denen jeweils genau hundert ausgew\u00e4hlt werden. Ziel ist es, jungen Menschen einen Zugang zum Medium Zeitung zu verschaffen und einen theoretischen wie praktischen Einblick ist das journalistische Arbeiten zu bieten. Ein Highlight dieses Projekts ist die Chance, jeweils montags einen von drei bis vier Artikeln in der Rubrik \u00abJugend schreibt\u00bb zu ver\u00f6ffentlichen.<\/p>\n\n\n\n<p><em>Carina Lukosch <\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-drop-cap\">Die KSK nimmt bereits zum zweiten Mal teil und darf bereits \u00fcber zehn Publikationen z\u00e4hlen. Vom Geh\u00f6rlosen-Curling, \u00fcber eine Mittelalterstadtf\u00fchrung in Konstanz bis hin zu einer Reportage \u00fcber die Covid-19-Station im Spital M\u00fcnsterlingen reichten die Themen im Projektjahr 2022\/23. Nun haben die damals schreibenden KSK-Sch\u00fclerinnen und -Sch\u00fcler bereits Matura (2022) und der Nachwuchs sitzt schon in den Startl\u00f6chern. &nbsp;Wir haben in den aktuell teilnehmenden Klassen, 3Mc (betreut von Antje Brackemann) und 26Ma (betreut von Carina Lukosch), nachgefragt, warum sie mitmachen und wie sie die Arbeit als Sch\u00fcler-Journalistinnen und -Journalisten empfinden.<\/p>\n\n\n\n<h1 class=\"wp-block-heading\">Von der Idee zur Publikation<\/h1>\n\n\n\n<p>\u00abWenn der Weg das Ziel ist, dann ist die Ver\u00f6ffentlichung eher nebens\u00e4chlich\u00bb, findet Tobias aus der 26Ma, der gerade dabei ist, ein Abstract in eine fertige Reportage zu verwandeln. Der Weg von der Idee bis zur Annahme desselben ist weit und mitunter steinig. Viele haben Angst, \u00abdass man lange schreibt, es aber trotzdem schlussendlich nicht zu einer Ver\u00f6ffentlichung schafft\u00bb \u2013 wie beispielsweise Krystof, der einen Artikel \u00fcber die Marine oder den Schiffsbau am Bodensee schreiben will. Das Schreiben von Reportagen und Portr\u00e4ts ist f\u00fcr die Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler Neuland und bedeutet intensives Arbeiten. \u00abMotivierend ist vor allem der Moment, in dem der Kommentar f\u00fcr die Idee eines Artikels aus Frankfurt zur\u00fcckkommt: Angenommen oder abgelehnt, einfach durchgewunken oder Annahme unter Vorbehalt\u00bb, schildert Julia Heier, die das Projekt 2021 erstmals an der KSK lanciert hat. \u00abDieser Nervenkitzel geh\u00f6rt ebenso dazu wie die Erfahrung, dass Schreiben eine F\u00e4higkeit ist, die erlernt werden kann.\u00bb Je intensiver das Arbeiten an einem Text, desto gr\u00f6sser der Fortschritt.<\/p>\n\n\n\n<h1 class=\"wp-block-heading\">Die Chance auf einen Sechser<\/h1>\n\n\n\n<p>Die Vereinbarung, dass f\u00fcr einen angenommenen und auf Publikation wartenden ein zus\u00e4tzlicher Sechser im jeweiligen Semester gutgeschrieben wird, reizt die Schreibenden. Das Engagement f\u00fcr das Projekt hat also sowohl ideellen Wert und verleiht Prestige \u2013 denn wer kann schon von sich behaupten, in einer der gr\u00f6ssten deutschsprachigen \u00fcberregionalen Zeitung publiziert zu haben? \u2013 als auch direkten Einfluss auf das Leistungsbild. Und die \u00abChance auf einen Sechser\u00bb wollen zumindest Justin (3Mc) und Efe (26Ma) nicht einfach so an sich vor\u00fcberziehen lassen.<\/p>\n\n\n\n<h1 class=\"wp-block-heading\">Der Weg zur Publikation geht \u00fcber den Korrekturstift<\/h1>\n\n\n\n<p>Dennoch ist das Projekt zun\u00e4chst eher abstrakt. Niemand weiss so richtig, wie man sich das vorstellen soll, wie Ideen f\u00fcr Artikel ausgetauscht und geformt, Beitr\u00e4ge hin- und hergeschickt und zum wiederholten Male \u00fcberarbeitet werden. Der Weg zur Publikation geht \u00fcber den Korrekturstift. Der Respekt vor dem Projekt und die Sorge zu viel Zeit investiert und letztlich nichts ver\u00f6ffentlicht zu haben, ist sp\u00fcrbar. \u00abAuch die Frage, ob die Interviewpartner von den vielen Fragen genervt sind\u00bb, besch\u00e4ftigt Anika aus der 3Mc.<\/p>\n\n\n\n<p>Neben der M\u00f6glichkeit, die eigene Note aufzuh\u00fcbschen, hat der 16-j\u00e4hrige Krystof auch einen wirtschaftlichen Vorteil darin erkannt, \u00abein Jahr lang einen kostenfreien Zugang zur Online-Ausgabe der FAZ zu erhalten\u00bb. Einen pers\u00f6nlichen Vorteil sehen die Klassen in der Chance, direktes Feedback von professionellen Journalistinnen und Journalisten, die dieses Projekt betreuen, zu erhalten.<\/p>\n\n\n\n<p>Schreiben als Form des Ausdrucks zu erkennen und sich dem Potenzial dieser F\u00e4higkeit bewusst zu werden, kommt in unserer von Kurzlebigkeit gepr\u00e4gten Gesellschaft oftmals zu kurz. Kommunikation, sich ausdr\u00fccken zu k\u00f6nnen, ist die Basis unseres Zusammenlebens, ist die Eingangst\u00fcr f\u00fcr einen guten Ausbildungsplatz, ist Grundlage zielf\u00fchrender Gespr\u00e4che, Motor f\u00fcr das Durchsetzen von Interessen. \u00abGute Texte haben mehr Einfluss auf andere Menschen\u00bb, meint Anika (3Mc) und verspricht sich vom Projekt besser schreiben zu lernen \u2013 denn sie ist sich sicher, dass gute Texte eine gr\u00f6ssere Reichweite haben und mehr Beachtung finden.<\/p>\n\n\n\n<h1 class=\"wp-block-heading\">Ein sprachliches Foto schiessen<\/h1>\n\n\n\n<p>Als Einstiegs\u00fcbung gehen die angehenden KSK-Journalistinnen und Journalisten an einen belebten Ort in und ausserhalb der KSK und beobachten Menschen. Sie suchen sich eine Person oder eine Gruppe aus und notieren f\u00fcr einen gewissen Moment, was diese Person oder Gruppe macht, wo sie sich befindet, wie sie sich verh\u00e4lt. An dieser Stelle sind Sinneseindr\u00fccke gefragt; Ger\u00e4usche, Ger\u00fcche, Farben, Haptisches. Das, was mit Sinnen wahrgenommen wird, soll in Worte gefasst werden, um den Leser oder die Leserin verbal in die Situation zu versetzen; aber das ist gar nicht so einfach, besonders, wenn man wie Justin (3Mc) gar keinen multisensorischen Eindruck haben m\u00f6chte oder wie Elisa und Linda (3Mc) findet: \u00abEs ist mir egal, ob jemand braune oder blaue Augen hat\u00bb. Julia Heier hingegen schw\u00e4rmt von dem Moment, \u00abin dem es den Jugendlichen gelingt, ein pr\u00e4zises sprachliches Foto zu schiessen.\u00bb \u00abDa die Jugend-schreibt-Rubrik von Grafikern illustriert, aber nicht mit Fotos versehen wird, ist dies \u2013 gerade bei Portr\u00e4ts \u2013 unheimlich wichtig\u00bb, f\u00fchrt die Deutschlehrerin weiter fort.<\/p>\n\n\n\n<h1 class=\"wp-block-heading\">Inspiration aus dem privaten Umfeld<\/h1>\n\n\n\n<p>Der Weg zur Idee f\u00fcr einen Beitrag f\u00fchrt \u00fcber die Frage, was die Jugendlichen selbst spannend finden und wor\u00fcber sie gerne lesen w\u00fcrden. Damian aus der 26Ma erz\u00e4hlt: \u00abIch habe mit einem Mindmap mit meinen Interessen gestartet. Dann habe ich geschaut, welche Personen in meiner N\u00e4he etwas in diesem Bereich machen und diese schliesslich kontaktiert.\u00bb Zino aus der Klasse 3MC erkl\u00e4rt: \u00abIch habe viel mit anderen Personen gesprochen, um mir einerseits Inspiration zu holen und andererseits meine Ideen zu formen. Der Austausch hat daheim, im Freundeskreis und innerhalb der Klasse stattgefunden.\u00bb<\/p>\n\n\n\n<h1 class=\"wp-block-heading\">Up to date dank F.A.Z.<\/h1>\n\n\n\n<p>Jeden Morgen erhalten die Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler einen Newsletter, in dem die F.A.Z.-Redaktion einen Kurz\u00fcberblick \u00fcber die neusten Geschehnisse in der Welt informiert.\u00a0 Selbst wenn man nur \u2013 so wie Justin aus der 3Mc &#8211; die Schlagzeilen liest, erh\u00e4lt man einen \u00dcberblick und bleibt so \u00abup to date\u00bb \u2013 zumindest im To-go-Format. \u00abHilfreich sind vor allem auch die vielen Lesephasen\u00bb, f\u00fchrt die 39-j\u00e4hrige Julia Heier aus, \u00abin denen gemeinsam Zeitung gelesen und \u00fcber die einzelnen Artikel diskutiert wird.\u00bb Dar\u00fcber hinaus ist der Vergleich einer \u00fcberregionalen Qualit\u00e4tszeitung wie der F.A.Z. mit den lokalen Medien spannend.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large is-style-default\"><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"768\" src=\"https:\/\/blog.ksk.ch\/wp-content\/uploads\/2023\/06\/2023_FAZ_Zeitung_SuS_BrA_002-1024x768.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-2624\" srcset=\"https:\/\/blog.ksk.ch\/wp-content\/uploads\/2023\/06\/2023_FAZ_Zeitung_SuS_BrA_002-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/blog.ksk.ch\/wp-content\/uploads\/2023\/06\/2023_FAZ_Zeitung_SuS_BrA_002-300x225.jpg 300w, https:\/\/blog.ksk.ch\/wp-content\/uploads\/2023\/06\/2023_FAZ_Zeitung_SuS_BrA_002-768x576.jpg 768w, https:\/\/blog.ksk.ch\/wp-content\/uploads\/2023\/06\/2023_FAZ_Zeitung_SuS_BrA_002-1536x1152.jpg 1536w, https:\/\/blog.ksk.ch\/wp-content\/uploads\/2023\/06\/2023_FAZ_Zeitung_SuS_BrA_002-2048x1536.jpg 2048w\" sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Das gemeinsame Zeitunglesen ist ein sch\u00f6ner Einstieg in das Projekt. (Antje Brackemann)<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Ein weiterer Vorteil, den Jugendliche aus dem Projekt ziehen k\u00f6nnen, so Tobias (26Ma), ist es \u00abzu lernen, mit R\u00fcckschl\u00e4gen umzugehen und nicht den Kopf in den Sand zu stecken, wenn die Idee f\u00fcr eine Reportage nicht f\u00fcr gut befunden wird.\u00bb Umso motivierender ist es, wenn Dr. Titus Maria Horstsch\u00e4fer (verantwortlicher Jugend-schreibt-Redakteur), der die Ideen oder erste Entw\u00fcrfe innerhalb weniger Stunden kommentiert, unsere Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler mit einem Feedback \u00fcberrascht und die KSK-Neulinge auf dem Gebiet des Journalismus f\u00fcr ihre vorbildliche Arbeit lobt!<br><br>Schreiben ist Arbeit, gutes Schreiben ist viel Arbeit \u2013 doch der Mehrwert ist enorm: Die Kompetenz, genau das zu formulieren, was man ausdr\u00fccken m\u00f6chte, ist unheimlich bereichernd \u2013 und wesentlich f\u00fcr unser allt\u00e4gliches Miteinander. Sch\u00f6n, dass wir ein zweites Mal schon dabei sein d\u00fcrfen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Jedes Jahr erm\u00f6glicht die F.A.Z. (Frankfurter Allgemeine Zeitung) Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fclern der Jahrgangsstufen 8 bis 13 am Projekt \u00abJugend schreibt\u00bb teilzunehmen. 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