{"id":3648,"date":"2023-12-14T14:11:00","date_gmt":"2023-12-14T14:11:00","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.ksk.ch\/?p=3648"},"modified":"2024-06-18T19:46:39","modified_gmt":"2024-06-18T19:46:39","slug":"schulautonomie-und-campussynergien","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.ksk.ch\/index.php\/2023\/12\/14\/schulautonomie-und-campussynergien\/","title":{"rendered":"Schulautonomie und Campussynergien"},"content":{"rendered":"\n<p>Der Grosse Rat des Kanton Thurgau hat am 6. Dezember 2023 dem Budget 2024 zugestimmt und damit auch gr\u00fcnes Licht f\u00fcr die Restrukturierung des Hausdiensts auf dem Campus Bildung Kreuzlingen gegeben. Ab dem neuen Jahr geh\u00f6rt der Hausdienst der KSK auch formal unserer Schule an. Diese erfreuliche Entwicklung gibt Gelegenheit, um sich Gedanken zur Synergienutzung auf dem gemeinsamen Campus zu machen.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p><em>Marcello Indino<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-drop-cap\">Zusammen mit den Neubauten der P\u00e4dagogischen Hochschule Thurgau entstand 2008 mit dem Campus Bildung Kreuzlingen ein Bildungszentrum, das Ausbildungsst\u00e4tten von der Primar- bis zur Hochschulstufe beherbergt. Kern des Campus bilden die Kantonsschule Kreuzlingen, die P\u00e4dagogische Maturit\u00e4tsschule und die P\u00e4dagogische Hochschule Thurgau, die seither in ausgew\u00e4hlten Bereichen eng zusammenarbeiten, ohne die eigene Autonomie und Schulkultur aufgegeben zu haben.<\/p>\n\n\n\n<p>Der gelebte Campus-Gedanke findet sich etwa in der Campus-Bibliothek wieder, die nach der Zusammenf\u00fchrung der Sammlungen der einzelnen Schulen zur zweitgr\u00f6ssten Bibliothek des Kanton Thurgau avanciert ist. Ein weiterer campusweiter Lebensort ist die gemeinsame Mensa, die sich jeweils an einer f\u00fcr alle Schulen gut erreichbaren Lage befindet. Beides sind soziale Drehscheiben, die einen inspirierenden Austausch zwischen den Schulen f\u00f6rdern sollen.<\/p>\n\n\n\n<h1 class=\"wp-block-heading\">Physische und soziale Synergien<\/h1>\n\n\n\n<p>Daneben werden auch jene r\u00e4umlichen Ressourcen, die enger an eine bestimmte Schule gebunden sind, nach M\u00f6glichkeit allen Campus-Schulen zur Verf\u00fcgung gestellt. Bestes Beispiel ist die gemeinsam genutzte Campus-Aula, die sich in den Geb\u00e4uden der PMS befindet. Diese gegenseitige \u00d6ffnung der R\u00e4umlichkeiten der einzelnen Schulen l\u00f6st daher mehr als nur r\u00e4umliche Engp\u00e4sse \u2013 es giesst den Campus-Gedanken in eine infrastrukturelle Form. Weiterer Ausdruck davon sind die gemeinsamen Weiterbildungen der Lehrpersonen und Dozierenden an der P\u00e4dagogischen Hochschule, das gemeinsame Freikursangebote f\u00fcr Sch\u00fclerinnen, Sch\u00fcler und Studierende sowie die gemeinsamen Anl\u00e4sse, wie etwa die Campus-Serenade, die Musikerinnen und Musiker der KSK, der PMS und der PHTG in einem stimmigen Rahmen zusammenf\u00fchrt.<\/p>\n\n\n\n<h1 class=\"wp-block-heading\">Die Informatikabteilungen als Synergie-Optimum<\/h1>\n\n\n\n<p>Auf operativer Ebene stellt die Struktur der gemeinsamen Informatikabteilung ein Modell beispielhafter Synergienutzung dar, weil sowohl Arbeitsteilung als auch die Anstellungsverh\u00e4ltnisse so organisiert sind, dass die drei einzelnen Campusschulen ideal voneinander profitieren, ohne dass Reibungsverluste entstehen, wo Zusammenarbeit effektiv keinen Gewinn bringt: Die Systemtechnik im Informatikbereich ist zentral an der PHTG angesiedelt und bedient alle drei Betriebe, also auch die PMS und die KSK. Die Betreuung des Rechenzentrums und die gesamte Plattformentwicklung obliegen dieser gemeinsamen Abteilung. Und die Abteilung Systemtechnik plant wiederum die f\u00fcr den gesamten Campus erforderliche Netzwerkinfrastruktur. Die Einbindung aller drei Institutionen wird \u00fcber die sogenannte Koordinationskommission (KoKo) ICT gew\u00e4hrleistet: In regelm\u00e4ssigen Abst\u00e4nden und mehrmals je Semester kommen die Verantwortlichen der einzelnen Betriebe zusammen, legen Strategien fest, besprechen Budgetpunkte, kl\u00e4ren Bed\u00fcrfnisse und informieren sich gegenseitig \u00fcber weitere Handlungsschritte und Projekte.<\/p>\n\n\n\n<p>Diese Form der Synergie ist absolut gewinnbringend, da die drei Campus-Schulen davon profitieren in einem Netz zu arbeiten, das zentral betreut wird. Die Mitarbeitenden der Systemtechnik sind ausschliesslich an der PHTG angestellt, jeder Betrieb verf\u00fcgt aber dar\u00fcber hinaus \u00fcber hauseigene Informatikerinnen und Informatiker, die sich um die allt\u00e4glichen Gesch\u00e4fte der jeweiligen Schulen k\u00fcmmern. So fungieren die jeweiligen schulinternen Informatikabteilungen in erster Instanz als Dienstleistungszentren f\u00fcr 1st- und 2nd-Level-Support, indem sie Ger\u00e4te aufsetzen und sich um hauseigene Anliegen wie Hardwarebeschaffung in den R\u00e4umen der eigenen Institution und f\u00fcr deren Mitarbeitende k\u00fcmmern.&nbsp; Sie organisieren und begleiten aber auch die Handwerker und Supportdienstleister und erstellen in Zusammenarbeit mit der jeweiligen Schulleitung die Informatikbudgets.<\/p>\n\n\n\n<h1 class=\"wp-block-heading\">Grenzen der Synergien<\/h1>\n\n\n\n<p>F\u00fcr all diese Aufgaben macht eine zentrale Stelle keinen Sinn, weil hierf\u00fcr genaue Kenntnisse der Gegebenheiten direkt vor Ort vonn\u00f6ten sind und sich diese in den verschiedenen Institutionen unterscheiden. Auch sind die Wege sehr kurz, was ein effizientes Arbeiten erm\u00f6glicht \u2013 eine institutionsweise Ansiedlung der Informatikabteilungen erweist sich folglich als absolut gewinnbringend. W\u00e4re ein 1st- und 2nd-Levelsupport zentral organisiert, w\u00fcrden sich nur die Wege verl\u00e4ngern, das \u00abInhouse-Wissen\u00bb verschlechtern und viele Absprachen m\u00fcssten get\u00e4tigt werden, die sich als sinnlos erweisen und trotzdem n\u00f6tig w\u00e4ren, weil eine zentrale Steuerung nur \u00fcber Koordination und Einbindung von allen betroffenen Institutionen funktioniert. <\/p>\n\n\n\n<p>Insofern war es nicht zielf\u00fchrend, dass die Hausdienste der einzelnen Schulen bis Ende 2023 anders organisiert waren als die autonomen Informatikabteilungen der einzelnen Schulen: Alle Mitarbeitenden der Hausdienste der drei Campus-Schulen waren bis jetzt bei der P\u00e4dagogischen Hochschule angestellt und somit formal deren Verwaltungsdirektion unterstellt. Dies, obwohl sie ihre Aufgaben ausschliesslich in den jeweiligen Schulen erf\u00fcllt haben.<\/p>\n\n\n\n<p>Nicht zielf\u00fchrend war die bisherige Struktur auch, weil der Vernetzungs- und Kommunikationsbedarf der Hausdienstmitarbeitenden der einzelnen Campus-Schulen innerhalb des Campus Bildung Kreuzlingen sogar geringer ist als der Bedarf bei den Mitarbeitenden der einzelnen Informatikabteilungen. Im Regelfall bedarf es lediglich bei gegenseitigen Raumvermietungen Koordination zwischen den Hausdienstleitenden. Das gegenseitige Aushelfen bei Personalengp\u00e4ssen bilden Ausnahmesituationen, die auch mit der Restrukturierung nicht kompromittiert sind.<\/p>\n\n\n\n<p>Die einzelnen Hausdienstmitarbeitenden waren faktisch schon in Vergangenheit auf operativer Ebene den jeweiligen Schulleitungen unterstellt, da sie nicht nur an den jeweiligen Schulen, sondern ausschliesslich f\u00fcr die jeweiligen Schulen t\u00e4tig waren. Trotzdem wurden die einzelnen Hausdienstmitarbeitenden, um nur ein Beispiel zu nennen, zentral von der PHTG beurteilt, was zu sehr zeitintensiven Absprachen f\u00fchrte, weil die Verwaltungsdirektion der PHTG die einzelnen Mitarbeitenden im ihrem jeweiligen Arbeitsalltag kaum erleben konnte.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large is-style-default\"><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"683\" src=\"https:\/\/blog.ksk.ch\/wp-content\/uploads\/2023\/12\/Download-1-1024x683.jpeg\" alt=\"\" class=\"wp-image-3651\" srcset=\"https:\/\/blog.ksk.ch\/wp-content\/uploads\/2023\/12\/Download-1-1024x683.jpeg 1024w, https:\/\/blog.ksk.ch\/wp-content\/uploads\/2023\/12\/Download-1-300x200.jpeg 300w, https:\/\/blog.ksk.ch\/wp-content\/uploads\/2023\/12\/Download-1-768x512.jpeg 768w, https:\/\/blog.ksk.ch\/wp-content\/uploads\/2023\/12\/Download-1.jpeg 1200w\" sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\"> Ab dem neuen Jahr geh\u00f6rt der Hausdienst der KSK auch formal unserer Schule an. (Geraldine Lamanna)<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<h1 class=\"wp-block-heading\">Soziale Kernfunktion im Mikrokosmos Schule<\/h1>\n\n\n\n<p>Im Mikrokosmos der einzelnen Schulen spielen die Hausdienstmitarbeitenden sowohl im eigenen Fachbereich wie auch in sozialen Belangen eine tragende Rolle. Sie stellen durch ihre Pr\u00e4senz auch ausserhalb der Unterrichtsr\u00e4ume eine Br\u00fccke zwischen den einzelnen Akteuren der Schulen dar und sind stets verf\u00fcgbare Ansprechpersonen f\u00fcr allt\u00e4gliche Fragen rund um die infrastrukturelle Seite des Schullebens. Dadurch haben sie eine hohe Identifikation gegen\u00fcber dem eigenen Arbeitsort \u2013 was aber durch das bisherige Arbeitsverh\u00e4ltnis nicht widerspiegelt wurde.<\/p>\n\n\n\n<p>Motivational enorm wichtige Gesten der Wertsch\u00e4tzung und F\u00f6rderung gegen\u00fcber den einzelnen Mitarbeitenden wurden durch die bisherigen Strukturen unn\u00f6tig erschwert: Weiterbildungsantr\u00e4ge konnten nicht direkt mit den jeweiligen Schulleitungen in zeitlicher und finanzieller Hinsicht geplant werden; dasselbe galt f\u00fcr Ferien oder einzelnen Abwesenheitstagen. Notwendig war bisher eine Absprache mit der formal vorgesetzten Stelle, was gerade bei finanziellen Fragen viel Vorlaufzeit bedingte und eine unn\u00f6tige Verkomplizierung der Prozesse hervorrief.<\/p>\n\n\n\n<h1 class=\"wp-block-heading\">Identifikation und Bindung<\/h1>\n\n\n\n<p>In Zusammenhang mit dem akuten Fachkr\u00e4ftemangel ist zunehmend die Rede von den vier Formen der Bindung von Mitarbeitenden; also der rationalen, der perspektivischen, der emotionalen und der normativen Bindung. W\u00e4hrend die bestehenden Strukturen die erste Form nicht negativ tangierten, hatten sie aber einen suboptimalen Einfluss auf die drei letztgenannten Bindungsformen: Die rationale Bindung umfasst Faktoren wie Altersvorsorge, Bonussysteme oder Arbeitszeitmodelle. Diese Anstellungsbedingungen sind kantonal geregelt und somit nicht direkt von der jeweiligen Vorgesetztenstelle abh\u00e4ngig. Wiederum war es bei den bisherigen Strukturen nicht ausgeschlossen, aber sicherlich unn\u00f6tig erschwert, eine perspektivische Bindung (Aufstiegsm\u00f6glichkeiten, Weiterbildungschancen, Verantwortungsumfang) aufzubauen: Hier entstand durch erh\u00f6hten Abkl\u00e4rungsbedarf und der Involvierung verschiedener Stellen ein vermeidbarer Reibungsverlust, den letztendlich die direktbetroffenen Mitarbeitenden negativ zu sp\u00fcren bekamen.<\/p>\n\n\n\n<p>Offensichtlich war es kaum m\u00f6glich, eine emotionale (Wertsch\u00e4tzung, Sinnstiftung) wie auch normative (gemeinsame Werte und Ziele, klare Zukunftsvisionen) Bindung herzustellen, da die Hausdienstmitarbeitenden zwar einen klar definierten Arbeitsort haben, der aber formal nicht deren Arbeitgeber entsprach: Die Direktbetroffenen waren operational wie auch sozial den jeweiligen Schulen verpflichtet beziehungsweise angebunden, formal aber Teil der Werte und Ziele einer anderen Institution. Dies \u00e4ndert sich nun mit dem Jahreswechsel!<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Willkommen zu Hause \u2013 und herzlichen Dank!<\/h2>\n\n\n\n<p>Nach einer \u00fcber f\u00fcnfst\u00fcndigen Debatte hat der Grosse Rat des Kantons Thurgau am 6. Dezember 2023 dem Budget 2024 zugestimmt \u2013 und damit auch der Neustrukturierung der Hausdienste auf dem Campus Bildung Kreuzlingen. Per 1. Januar 2024 geh\u00f6ren die Hausdienstmitarbeitenden nun auch formal den einzelnen Schulen an, was mir aus den obengenannten Gr\u00fcnden ein grosses Anliegen war.<\/p>\n\n\n\n<p>Auch wenn sich im schulischen Alltag nichts \u00e4ndern wird, hat diese Restrukturierung mehr als Symbolcharakter: Wir d\u00fcrfen uns fortan eins-zu-eins um die Anliegen und Bed\u00fcrfnisse unserer Mitarbeitenden k\u00fcmmern, die nun auf allen Ebenen Teil unserer Schulgemeinschaft sind. Unver\u00e4ndert wird dabei unsere Wertsch\u00e4tzung gegen\u00fcber ihrer wertvollen Arbeit bleiben. An dieser Stelle, einmal mehr, ein herzliches Dankesch\u00f6n von uns allen f\u00fcr ihr grosses Engagement!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Grosse Rat des Kanton Thurgau hat am 6. 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