{"id":4342,"date":"2025-03-22T08:25:54","date_gmt":"2025-03-22T08:25:54","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.ksk.ch\/?p=4342"},"modified":"2025-03-22T08:29:03","modified_gmt":"2025-03-22T08:29:03","slug":"ksk-dialog-kultur-ist-austausch","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.ksk.ch\/index.php\/2025\/03\/22\/ksk-dialog-kultur-ist-austausch\/","title":{"rendered":"KSK-Dialog: Kultur ist Austausch"},"content":{"rendered":"\n<p>\u00abWo die Sprache verroht, ist der Frieden bedroht.\u00bb Mit diesem Zitat des P\u00e4dagogen Wolfgang L\u00f6rzer (*1950) er\u00f6ffnet Rektor Dr. phil. Marcello Indino den KSK-Dialog zum Thema \u00abInterkulturelle Kompetenzen\u00bb. Dr. phil. hist. Adrian Juric, Lehrer an der KSK und Dozent f\u00fcr Englisch und Franz\u00f6sisch an der PHTG, forscht im Rahmen eines Projektes zur Mehrsprachigkeitsdidaktik (unterst\u00fctzt vom Schweizerischen Nationalfonds) und h\u00e4lt das Referat zum Thema.<\/p>\n\n\n\n<p><em>Carina Lukosch<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-drop-cap\">Wenn verrohte Sprache den Frieden bedrohe, dann k\u00f6nne Sprache im Umkehrschluss Frieden bringen. \u00abUmso mehr Sprachen wir beherrschen, umso mehr Frieden k\u00f6nnen wir bringen\u00bb, formuliert der Rektor der Kantonsschule Kreuzlingen, Marcello Indino, einleitend und hebt hervor, dass das Beherrschen einer Sprache viel mehr als die Kenntnis von Worten sei. Echtes Verstehen bed\u00fcrfe n\u00e4mlich auch der Kenntnis kultureller Gepflogenheiten. Und genau hier setzt Juric, selbst muttersprachlich kroatisch, an.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large is-style-default\"><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"683\" src=\"https:\/\/blog.ksk.ch\/wp-content\/uploads\/2025\/03\/IMG_2435-1024x683.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-4345\" srcset=\"https:\/\/blog.ksk.ch\/wp-content\/uploads\/2025\/03\/IMG_2435-1024x683.jpg 1024w, https:\/\/blog.ksk.ch\/wp-content\/uploads\/2025\/03\/IMG_2435-300x200.jpg 300w, https:\/\/blog.ksk.ch\/wp-content\/uploads\/2025\/03\/IMG_2435-768x512.jpg 768w, https:\/\/blog.ksk.ch\/wp-content\/uploads\/2025\/03\/IMG_2435-1536x1024.jpg 1536w, https:\/\/blog.ksk.ch\/wp-content\/uploads\/2025\/03\/IMG_2435-2048x1365.jpg 2048w\" sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Dr. Adrian Juric beim vierten KSK-Dialog im SJ 2024\/25. (Julia Heier)<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">\u00abKultur ist nie in Stein gemeisselt\u00bb<\/h2>\n\n\n\n<p>Etymologisch wird der Begriff Kultur von lateinisch \u00abcultura\u00bb hergeleitet und umfasst das vom Menschen Geschaffene. Die Weltgesellschaft ist von Vielfalt gekennzeichnet und ebenso vielf\u00e4ltig sind auch die Definitionen eines Kulturbegriffes. Kultur, so der Fremdsprachenlehrer, \u00abist niemals in Stein gemeisselt, sondern von Austausch gepr\u00e4gt\u00bb. Der Didaktiker zieht zur Veranschaulichung des Kulturbegriffes das Eisberg-Modell von Edward T. Hall heran. Die Werte, die im Begriff Kultur vereint sind, seien in sichtbare und unsichtbare unterteilt. Als sichtbare Werte werde alles subsummiert, was mit den Sinnen wahrgenommen werden k\u00f6nne: Sprache, Dialekte, Art und Weise von Kommunikation, Kleidung und vieles mehr. Die unsichtbaren Werte hingegen seien jene, die in Fachkreisen als \u00abdeep culture\u00bb bezeichnet w\u00fcrden. Zu ihnen z\u00e4hlen Einstellungen, Normen, Rollenverh\u00e4ltnisse \u00dcberzeugungen und anderes mehr.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Fremdsprachenlehrer sieht die interkulturelle Kompetenz als Schl\u00fcssel f\u00fcr eine offene und offenherzige Weltgesellschaft und f\u00fcr einen vorurteilsfreien Umgang. In unserer heterogenen Welt reiche es nicht aus, nur die sichtbaren Kulturwerte zu (er)kennen und zu beherrschen, besonders die unsichtbaren h\u00e4tten eine grosse Bedeutung. Interkulturelle Kompetenzen er\u00f6ffneten, so Adrian Juric, \u00abenorme Chancen, lediglich der Umgang will gelernt sein\u00bb. Es sei eben nicht das im Pr\u00e4fix \u00abmulti\u00bb steckende Nebeneinander, sondern vielmehr das einbeziehende \u00abinter\u00bb, das das Miteinander und das so wichtige sich gegenseitige Beeinflussen ausdr\u00fccke.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">SNF-Forschungsprojekt zur Mehrsprachigkeitsdidaktik<\/h2>\n\n\n\n<p>Und genau hier setzt sein Forschungsprojekt an: Im ersten Schritt wurde im Juni 2024 von 42 Studierenden (Primarschule) die individuelle Bedeutung des Begriffes \u00abinterkulturelle Kompetenz\u00bb gesammelt. Hier kamen besonders kognitive Kompetenzen zum Ausdruck (z.B. Sprache, Gepflogenheiten). Nach einem Praktikum der Befragten (in England, Irland oder der Romandie) fand die zweite Erhebung der Daten statt. \u00abDas Ergebnis ist spannend. Die F\u00e4higkeit, sich empathisch und flexibel in neuen Kontexten zu bewegen, hat an Gewicht gewonnen. Aufenthalte in anderen Kulturgebieten pr\u00e4gen also mehr als die rein kognitive Auseinandersetzung und zeigen, wie wichtig eine ganzheitliche interkulturelle Kompetenz ist\u00bb, stellt Juric fest und weist mit einem L\u00e4cheln auf die Sprachaufenthalte der KSK hin.<\/p>\n\n\n\n<p>Interkulturelle Kompetenz sei vielf\u00e4ltig und aus allen Teilkompetenzen ben\u00f6tige man verschiedene Aspekte f\u00fcr ein erfolgreiches Handeln in interkulturellen Situationen. So wundert es nicht, dass auch die schulischen Curricula hier einen Fokus setzen. An der Kanti Kreuzlingen sieht Juric die interkulturellen Kompetenzen in verschiedenen Bereichen, etwa in Projekten und Sondertagen wie dem \u00abMyDay\u00bb, dem \u00abKultouren\u00bb-Tag, in UNESCO-Projekten sowie im Fachunterricht wie den Fremdsprachen und gesellschaftswissenschaftlichen F\u00e4chern (Exkursion nach Dachau, Erinnerungskultur, Kulturunterricht) verankert.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">\u00abInterkulturelle Kompetenz w\u00e4chst mit jeder Begegnung\u00bb<\/h2>\n\n\n\n<p>Die Welt ver\u00e4ndert sich, Kulturen begegnen sich. Wenn wir unsere T\u00fcren und Herzen \u00f6ffnen und in eine neue bunte Welt eintauchen, lernen wir nicht nur unsere eigene Kultur besser, sondern auch andere Kulturen neu kennen und k\u00f6nnen so einen Beitrag zu einer friedlichen Weltgesellschaft leisten. \u00abFrieden war der Einstieg und damit wird der Vortrag auch beendet\u00bb, greift Marcello Indino Jurics schliessende These auf und er\u00f6ffnet die Diskussion mit der Frage, ob man aus der Untersuchung ableiten k\u00f6nne, ab wann nach einem Aufenthalt in einem anderen Kulturkreis ein Effekt eintrete.<\/p>\n\n\n\n<p>Es ging an diesem Abend des 13. M\u00e4rz um die Frage nach einem kompetenten Leben im Spannungsfeld zwischen Nationen und Kulturen, um den Unterschied zwischen Anpassung und Akzeptanz, um die Ambiguit\u00e4tskompetenz, um die Frage, wie Eltern interkulturelle Kompetenz bei ihren Kindern f\u00f6rdern k\u00f6nnen, wo es in der Politik vielleicht Nachholbedarf gibt, um Haltungen und wie schwer es sei, diese zu beeinflussen oder gar zu ver\u00e4ndern. Wie kann ich etwas aushalten, das \u00fcberhaupt nicht meinen Vorstellungen entspricht? \u00abMan muss nicht mit allem einverstanden sein, man muss auch nicht alles kommentieren\u00bb, meint Juric und empfiehlt das innere auf Zehn Z\u00e4hlen, bis man merke, man sei bereits bei Hundert. <\/p>\n\n\n\n<p>Vielen Dank, Adrian Juric, f\u00fcr diesen erhellenden KSK-Dialog!<\/p>\n\n\n\n<p>N\u00e4chster Termin: Dienstag, 13. Mai 2025 um 18.30 Uhr: <strong>Umweltbildung im Sinne der Bildung f\u00fcr nachhaltige Entwicklung\u00a0<\/strong>(Prof. Dr. Christina Colberg, PHTG \/ Beir\u00e4tin KSK)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u00abWo die Sprache verroht, ist der Frieden bedroht.\u00bb Mit diesem Zitat des P\u00e4dagogen Wolfgang L\u00f6rzer (*1950) er\u00f6ffnet Rektor Dr. phil. 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