{"id":4584,"date":"2025-10-21T07:52:06","date_gmt":"2025-10-21T07:52:06","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.ksk.ch\/?p=4584"},"modified":"2025-10-21T19:07:38","modified_gmt":"2025-10-21T19:07:38","slug":"mauern-definieren-was-draussen-ist-ein-essay-ueber-angst-und-toleranz","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.ksk.ch\/index.php\/2025\/10\/21\/mauern-definieren-was-draussen-ist-ein-essay-ueber-angst-und-toleranz\/","title":{"rendered":"Mauern definieren, was draussen ist \u2013 ein Essay \u00fcber Angst und Toleranz"},"content":{"rendered":"\n<p>In diesem Beitrag geht es um Toleranz \u2013 aber erst ganz zum Schluss. Zuvor wird ein weiter Umweg genommen, um auf das philosophische Prinzip beziehungsweise die philosophische Methode der wohlwollenden Interpretation einzugehen. Und in diesem Beitrag geht es auch um Angst. Eben jener Angst, die manchmal unsere F\u00e4higkeit zur Toleranz stillzulegen droht. Ausser wir halten am Prinzip der wohlwollenden Interpretation fest, um erst gar nicht Angst empfinden zu m\u00fcssen. Wobei sich der weite Umweg \u00fcber die Philosophiegeschichte vielleicht sogar lohnt.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" width=\"683\" height=\"1024\" src=\"https:\/\/blog.ksk.ch\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/Marcello-Indino-2025-10-ToC-683x1024.jpeg\" alt=\"\" class=\"wp-image-4593\" srcset=\"https:\/\/blog.ksk.ch\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/Marcello-Indino-2025-10-ToC-683x1024.jpeg 683w, https:\/\/blog.ksk.ch\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/Marcello-Indino-2025-10-ToC-200x300.jpeg 200w, https:\/\/blog.ksk.ch\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/Marcello-Indino-2025-10-ToC-768x1152.jpeg 768w, https:\/\/blog.ksk.ch\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/Marcello-Indino-2025-10-ToC-1024x1536.jpeg 1024w, https:\/\/blog.ksk.ch\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/Marcello-Indino-2025-10-ToC-1365x2048.jpeg 1365w, https:\/\/blog.ksk.ch\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/Marcello-Indino-2025-10-ToC-scaled.jpeg 1706w\" sizes=\"(max-width: 683px) 100vw, 683px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p><em>Dr. phil. Marcello Indino<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Folgt man dem deutschen Professor f\u00fcr Philosophiegeschichte Daniel Eggers (*1973), ist die sogenannte <em>wohlwollende Interpretation<\/em> das philosophische Leitprinzip \u00fcberhaupt (<em>Mehr Verst\u00e4ndnis wagen?<\/em> Die Zeit, 13. April 2025). Wohlwollende Interpretation ist eine Form grunds\u00e4tzlicher Herangehensweise an Haltungen \u00a0<a href=\"#_edn1\" id=\"_ednref1\">[1]<\/a> anderer Menschen und damit der Lichtschlag, den wir auf Haltungen werfen. Sprich: wie bestimmte Haltungen verstanden werden \u2013 beziehungsweise verstanden werden wollen. Denn wenn wir uns mit einer Haltung auseinandersetzen, beleuchten wir diese gewissermassen, wobei sich daraus wiederum zwei Blickwinkel der Interpretation entwickeln k\u00f6nnen: Entweder wir widmen uns der Seite, die dem Licht zugewandt ist. Oder aber der Kehrseite des Lichts, dem Schatten.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Begriffsgeschichtlicher Umweg<\/h2>\n\n\n\n<p>Etymologisch durchschritt das Prinzip der wohlwollenden Interpretation einen langen Weg, der seinen Ursprung bei der englischen Begriffswendung <em>principle of charity<\/em> fand, die man grob als Prinzip der Wohlt\u00e4tigkeit oder Prinzip der Wohlgesinntheit \u00fcbersetzen kann. <a href=\"#_edn2\" id=\"_ednref2\">[2]<\/a> Basis des methodischen Zugangs ist der unbedingte Wille zur Rationalit\u00e4t. Demnach sind Haltungen so rational wie m\u00f6glich zu interpretieren, was in der Umkehrung bedeutet, dass niemandem Irrationalit\u00e4t, logische Fehlschl\u00fcsse oder Unwahrheiten zu unterstellen sind, wenn anstattdessen eine koh\u00e4rente oder eben rationale Interpretation der Haltung m\u00f6glich ist. <a href=\"#_edn3\" id=\"_ednref3\">[3]<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Der amerikanische Philosoph Donald H. Davidson (1917-2003) radikalisierte das Konzept gewissermassen, indem er noch einen Schritt weiter ging: <a href=\"#_edn4\" id=\"_ednref4\">[4]<\/a> Namentlich, sei nicht nur davon auszugehen, dass alle Haltungen einer Person auf Rationalit\u00e4t fussen, sondern auch, dass die interpretierenden Personen die wesentlichen Teile der Haltung sogar teilen. Davidson fasst sein Konzept der <em>radikalen Interpretation<\/em> oder auch der <em>radikalen Anpassung<\/em> wie folgt zusammen: \u00abDie Worte und Gedanken anderer ergeben den meisten Sinn, wenn wir sie so interpretieren, dass wir ihnen am ehesten zustimmen k\u00f6nnen.\u00bb Das Konzept des radikalen Willens zur gegenseitigen Zustimmung \u2013 oder eben wohlwollenderer Interpretation \u2013 wurde in der Forschung hernach auch als <em>Prinzip der Menschlichkeit <\/em>definiert und diskutiert. <a href=\"#_edn5\" id=\"_ednref5\">[5]<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>In einer j\u00fcngeren Abhandlung <a href=\"#_edn6\" id=\"_ednref6\">[6]<\/a> wurde wohlwollende Interpretation auf zwei Komponenten reduziert und damit \u2013 sollte man sich auf diese Methode einlassen wollen \u2013 von der Schwere befreit, die Begriffe wie Radikalit\u00e4t auf der einen und Menschlichkeit auf der anderen Seite in sich tragen. Wohlwollende Interpretation wird demnach alltagstauglich, wenn \u2026<\/p>\n\n\n\n<ol style=\"list-style-type:upper-alpha\" class=\"wp-block-list\">\n<li>irrelevante Probleme oder offensichtliche Fehler einer mehrdeutigen Haltung ignoriert werden, so dass der Fokus allein auf den Kern der Haltung gerichtet werden kann.<\/li>\n\n\n\n<li>dem gegen\u00fcber nichts als gute Absichten unterstellt werden, so dass eine problematische Haltung eher auf ein Missverst\u00e4ndnis als auf B\u00f6swilligkeit zur\u00fcckf\u00fchrbar wird.<\/li>\n<\/ol>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Verpasste Z\u00fcge und halbrohe Flederm\u00e4use<\/h2>\n\n\n\n<p>Spielen wir die zwei Komponenten zuerst anhand einer vergleichsweise banalen Situation durch, bevor wir ein dramatischeres Beispiel heranziehen. Das Prinzip bleibt in beiden F\u00e4llen das gleiche und wirft jeweils die Frage auf, mit welchem Interpretationswillen wir beiden Situationen begegnen.<\/p>\n\n\n\n<p>K\u00fcrzlich habe ich auf dem Weg zum Bahnhof einen Fremden auf der Strasse nach der Uhrzeit gefragt, weil ich zu faul war, mein Smartphone aus dem Rucksack hervorzuholen, um selbst nachzusehen. Gem\u00e4ss seiner Auskunft hatte ich mehr Zeit als angenommen, so dass ich den Umweg durch den Park nahm, statt weiter der befahrenen Strasse zu folgen. Als ich am Bahnhof ankam, musste ich mit Schrecken feststellen, dass der Zug ohne mich abgefahren war \u2013 der Fremde hatte mir eine falsche Uhrzeit angegeben. Nat\u00fcrlich ist nicht ausgeschlossen, dass dieser mich absichtlich get\u00e4uscht hatte \u2013 rationaler ist aber, dass er selbst sich get\u00e4uscht hat oder dass seine Uhr falsch gelaufen ist. &nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Analog dazu ist die M\u00f6glichkeit, dass eine Epidemie, die die Welt w\u00e4hrend Jahre beherrscht und lahmgelegt hat, vom Verzehr einer halbrohen Fledermaus an einem Marktstand im chinesischen Wuhan stammen soll, schlichtweg absurd. <a href=\"#_edn7\" id=\"_ednref7\">[7]<\/a> Dass aber der Gr\u00fcnder von Microsoft, Bill Gates (*1955), einem Labor die k\u00fcnstliche Herstellung, Z\u00fcchtung und Verbreitung von Covid-19 in Auftrag gegeben habe, um die Menschheit mittels Mikrochip-Implantaten zu kontrollieren, die unter dem Vorwand auf den Markt gebracht werden, dass sie Impfstoff gegen die Erkrankung aussondern sollen, definiert den Begriff Absurdit\u00e4t g\u00e4nzlich neu. <a href=\"#_edn8\" id=\"_ednref8\">[8]<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Nat\u00fcrlich kann ich mir pers\u00f6nlich nicht vorstellen, eine Fledermaus zu essen, egal ob sie gut durchgebraten oder noch medium-rare ist. Aber ich kann mir vorstellen, wie es ist, Hunger zu versp\u00fcren oder schlichtweg Lust auf ein bestimmtes Gericht zu haben. Denn, obwohl ich selbst weit davon entfernt bin, an einem chinesischen Grillstand auf eine Fledermaus zu zeigen, um sie sogleich zu verzehren, kann ich mich mit einem Minimum an Abstraktionsleistung in diese Situation versetzen. Wohingegen es mir schlichtweg unm\u00f6glich ist, mich in die Position eines Althippies zu versetzen, der auf seine alten Tage die Weltherrschaft an sich reissen wollte \u2013 ganz abgesehen davon, dass ihm dazu dank Microsoft eh nur noch ein kleines St\u00fcck des Kuchens fehlt. Ganz im Sinne des nach Robert J. Hanlons benannten \u2013 bitte nicht allzu ernst zu nehmenden \u2013 Rasiermessers, stellt sich wie so oft die einfache Frage, warum man B\u00f6swilligkeit zuschreiben sollte, wenn doch Dummheit als Erkl\u00e4rung ebenso plausibel ist. <a href=\"#_edn9\" id=\"_ednref9\">[9]<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Daran ankn\u00fcpfend steht mir die Bildung eines Urteils dar\u00fcber, ob das Grillieren und Verspeisen von Flederm\u00e4usen legitim ist, nicht zu. Sicherlich stellt aber der Verzehr einer halbgaren und damit krankheitserregenden Fledermaus einen offensichtlichen Fehler in Anlehnung an die oben genannte Komponente A der wohlwollenden Interpretation dar. Diesem offensichtlichen und fatalen Fehler lag aber nichts anderes zugrunde als ein uns allen wohlbekannten biologischen Trieb \u2013 Hunger, bestenfalls nur Lust (wenn auch wir Ersterem in unseren Breitengraden in nur schwacher Auspr\u00e4gung begegnen d\u00fcrfen). Ganz im Sinne Davidsons radikaler Interpretation kann ich mich also eher in die Position eines biologisch hungernden Menschen hineinversetzen (ergo dieser Position zustimmen), als in jene eines uners\u00e4ttlich machthungrigen Individuums. Und in Anlehnung an Komponente B erscheint es mir nat\u00fcrlich rationaler, den Beginn der Epidemie an einem verheerenden Missverst\u00e4ndnis festzumachen als an durchtriebener B\u00f6swilligkeit.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Rollenlassen und Wegschauen<\/h2>\n\n\n\n<p>An dieser Stelle ist kaum zu \u00fcberh\u00f6ren, dass mir Naivit\u00e4t vorgeworfen werden k\u00f6nnte. Denn wenn man meine Ausf\u00fchrungen nicht wohlwollend interpretieren m\u00f6chte (Touch\u00e9!), k\u00f6nnte man darin die Verleugnung der Existenz von B\u00f6swilligkeit erkennen. Doch selbstverst\u00e4ndlich wird in diesem Beitrag nicht verkannt, dass B\u00f6swilligkeit sui generis existiert. Und selbstverst\u00e4ndlich wird die Menschheitsgeschichte, mit ihren unz\u00e4hligen Opfern, in keiner Weise relativiert. Wohlwollende Interpretation schliesst die M\u00f6glichkeit keineswegs aus, dass es B\u00f6swilligkeit gibt \u2013 sie unterstellt diese aber erst, wenn sich keine andere Interpretationsm\u00f6glichkeit als rationaler erwiesen hat.<\/p>\n\n\n\n<p>B\u00f6swilligkeit beziehungsweise Arglist k\u00f6nnen unterschiedliche Auspr\u00e4gungen haben, wobei damit bewusste Handlungen zum Nachteil anderer gemeint sind. Wer b\u00f6swillig handelt, handelt aus niederen Motiven und damit auf moralisch verwerfliche Weise. Handlung ist hier aber nicht im Sinne einer kinetischen Bewegung zu verstehen \u2013 Menschen handeln auch, wenn sie scheinbar nichts tun. Was eine Handlung definiert, ist nicht eine damit verbundene Bewegung, sondern die ihr zugrundeliegende Absicht. Der amerikanische Philosoph Harry G. Frankfurt (1929-2023) <a href=\"#_edn10\" id=\"_ednref10\">[10]<\/a> macht etwa anhand eines im Leerlauf bergabrollenden Autos deutlich, dass auch scheinbar unt\u00e4tige Menschen durchaus absichtsvoll handeln k\u00f6nnen. Je nachdem, was zur Situation gef\u00fchrt hat, wird der Fahrer des bergabrollenden Fahrzeugs andere Ziele haben. Mit h\u00f6chster Wahrscheinlichkeit hat er mitunter auch das Ziel, die Situation unbeschadet zu \u00fcberstehen. Zu einem gewissen Zeitpunkt kann er deshalb mit der Geschwindigkeit und der Richtung des Fahrzeuges zufrieden sein. In ebendiesem Moment bremst er weder ab noch lenkt er nach links oder rechts. Dies deutet aber keineswegs darauf hin, dass sich das Auto nicht unter der zweckgerichteten Lenkung des Fahrers befindet. Dieser macht zwar nichts, das von aussen beobachtbar w\u00e4re; er bewegt sich also nicht. Sehr wohl ist er aber in einer Handlung begriffen, weil er jederzeit dazu bereit w\u00e4re, korrigierend einzugreifen. Und zwar immer dann, wenn ein Hindernis die Erreichung seines Ziels gef\u00e4hrden w\u00fcrde.<\/p>\n\n\n\n<p>Ergo generiert jede Absicht Entscheidungen. Etwa die Entscheidung, nicht auf das rollende Auto einzuwirken oder aber die Entscheidung, lenkend beziehungsweise bremsend Einfluss auf die Situation zu nehmen. Eine Entscheidung, auch jene, die keine sichtbare Handlung ausl\u00f6st, kann der Absicht folgen, eine bestimmte Situation unbeschadet zu \u00fcberstehen. Ergo handeln Menschen auch, wenn sie das Weinen eines Kindes und die Schreie eines Erwachsenen aus der Nachbarwohnung \u00fcberh\u00f6ren oder wenn sie \u00fcbersehen, dass eine einzelne Frau von einer Gruppe Betrunkener angegangen wird. <a href=\"#_edn11\" id=\"_ednref11\">[11]<\/a> Denn, ob eine Situation mich nichts angeht, ist kein gegebener Umstand, sondern meine bewusste Entscheidung.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Die Pyramide aus Angst hochklettern<\/h2>\n\n\n\n<p>Den nicht eingreifenden Menschen in den beschriebenen Situationen sei an dieser Stelle \u2013 und hierf\u00fcr muss nicht einmal das Prinzip der wohlwollenden Interpretation bem\u00fcht werden \u2013 sicherlich nicht B\u00f6swilligkeit unterstellt. <a href=\"#_edn12\" id=\"_ednref12\">[12]<\/a> Und nat\u00fcrlich w\u00e4re es auch ein allzu Einfaches, ihnen Ignoranz, Gleichg\u00fcltigkeit, Egoismus oder dergleichen vorzuwerfen. Denn die Vorw\u00fcrfe w\u00e4ren nur bis zu jenem Punkt einfach zu formulieren, bis man selbst in eine solche Situation ger\u00e4t und sich vielleicht erst r\u00fcckblickend bewusst wird, dass man die falsche Entscheidung getroffen hat \u2013 ergo falsch gehandelt beziehungsweise f\u00e4lschlicherweise nicht gehandelt hat. Das Schicksal von Kitty Genovese l\u00f6ste hierzu eine umfassende \u2013 und \u00fcberaus nachdenklich stimmende \u2013 Forschungswelle zum sogenannten <em>Bystander-Effekt<\/em> <a href=\"#_edn13\" id=\"_ednref13\">[13]<\/a> aus.<\/p>\n\n\n\n<p>Vereinfachend gesagt, beschreibt dieser Zuschauereffekt den Umstand, dass Menschen in einer Notlage weniger wahrscheinlich helfen, wenn andere Menschen anwesend sind beziehungsweise die Anwesenheit anderer Menschen vermutet wird. Dabei spielen mehrere Faktoren eine Rolle. Einer davon ist die Angst vor Fehlentscheidungen oder negativen Konsequenzen. Etwa, selbst in Gefahr zu geraten \u2013 oder schon nur sich allenfalls l\u00e4cherlich zu machen, weil man die Situation falsch eingesch\u00e4tzt hat. <a href=\"#_edn14\" id=\"_ednref14\">[14]<\/a> Demnach l\u00e4sst sich schliessen, dass Angst das treibende Motiv ist, sich bestimmten Situationen zu entziehen. Menschen schauen und h\u00f6ren weg, wenn sie Angst davor haben, in eine Situation zu geraten, die sie nicht unbeschadet \u00fcberstehen k\u00f6nnen. Die wenigsten steigen freiwillig in das vorhin erw\u00e4hnte bergabrollende Auto.<\/p>\n\n\n\n<p>Das Bed\u00fcrfnis nach Sicherheit geh\u00f6rt gem\u00e4ss dem amerikanischen Psychologen Abraham Maslow (1908-1970) <a href=\"#_edn15\" id=\"_ednref15\">[15]<\/a> zwar nicht zu den basalen Bed\u00fcrfnissen seiner Pyramide, ist aber analog zu den rein physiologischen Grundbed\u00fcrfnissen (Atmung, Wasser, Nahrung, Schlaf etc.) ein sogenanntes Defizitbed\u00fcrfnis, dessen Nichtbefriedigung sich unmittelbar oder l\u00e4ngerfristig existenzbedrohend auswirkt. Neben den physiologischen Bed\u00fcrfnissen und dem Sicherheitsbed\u00fcrfnis z\u00e4hlt Maslow soziale Bed\u00fcrfnisse und das Bed\u00fcrfnis nach Anerkennung sowie Wertsch\u00e4tzung zu den Defizitbed\u00fcrfnissen.<\/p>\n\n\n\n<p>Das Prinzip der Maslowschen Bed\u00fcrfnispyramide ist ebenso einfach wie bekannt: Menschen sind grunds\u00e4tzlich motiviert, die Pyramide zu erklimmen, m\u00fcssen hierf\u00fcr aber die einzelnen Bed\u00fcrfnisse in einer bestimmten Reihenfolge befriedigen: Erst wenn wir dank Nahrung und Schlaf genug Kraft gesch\u00f6pft haben, k\u00f6nnen wir uns um die eigene Sicherheit k\u00fcmmern; und erst wenn wir genug Sicherheit etabliert haben, k\u00f6nnen wir uns sozialen Belangen widmen \u2026<\/p>\n\n\n\n<p>Die Bed\u00fcrfnispyramide ist ein eing\u00e4ngiges Sinnbild, kl\u00e4rt aber \u2013 obwohl sie zu den Motivationstheorien geh\u00f6rt \u2013 bedauerlicherweise nicht, woher die Energie gesch\u00f6pft wird, die uns antreibt, die einzelnen Bed\u00fcrfnisse befriedigen zu wollen. Nat\u00fcrlich k\u00f6nnte man postulieren, dass der Mangel eines Bed\u00fcrfnisses den Willen generiert, ebendieses Bed\u00fcrfnis zu befriedigen. In dem Falle w\u00fcrden wir von einem Pull-Faktor der Motivation <a href=\"#_edn16\" id=\"_ednref16\">[16]<\/a> sprechen: Menschen werden gewissermassen die Pyramide hochgezogen, weil etwa der Mangel an Sicherheit sie zur Sicherheitssuche zieht. Maslow versteht seine Pyramide aber nicht als Stapelung von Anreizen im Sinne der Pull-Faktoren der Motivation. Denn Sicherheit ist kein Anreiz, sondern ein Bed\u00fcrfnis \u2013 Sicherheit ist kein willkommenes Goody oder eine reizende Option, sondern hat existentielle Bedeutung.<\/p>\n\n\n\n<p>Vielleicht m\u00fcssen wir \u2013 und nun erh\u00e4lt das Ganze zugegebenermassen eine negative Konnotation \u2013 die Perspektive umdrehen: Menschen klettern die Bed\u00fcrfnispyramide aus Angst hoch, wobei uns Angst im Rahmen der basalen Bed\u00fcrfnisse am st\u00e4rksten antreibt. Vermutlich klingt folgende Feststellung banal, sie ist aber notwendig, um den (vielleicht ebenso banalen) Gedankengang nachvollziehen zu k\u00f6nnen: Offensichtlich ist, dass ein Mensch, der seine Existenzbed\u00fcrfnisse befriedigen will, am Leben ist. Seine Existenz belegt unmittelbar, dass die basalen Bed\u00fcrfnisse \u2013 zumindest zum absoluten Minimum hin \u2013 gestillt sind. Ergo handeln Menschen aus Angst, ebendiese Existenz zu verlieren.<\/p>\n\n\n\n<p>Sicherlich ist die Angst auf der Ebene der physiologischen Bed\u00fcrfnisse am gr\u00f6ssten, weil jeglicher Verlust unmittelbar existenzbedrohlich \u2013 also existenzvernichtend \u2013 w\u00e4re. Hin zur Pyramidenspitze nimmt die Angst, zusammen mit der Unmittelbarkeit der Bedrohung, wiederum ab. Und vielleicht l\u00e4sst sich sogar bezweifeln, dass Angst im oberen Bereich der Defizitbed\u00fcrfnisse (also auf der Ebene der sozialen Bed\u00fcrfnisse sowie dem Bed\u00fcrfnis nach Anerkennung und Wertsch\u00e4tzung) \u00fcberhaupt als Entwicklungsmotor hinzugezogen werden darf. Dann m\u00fcsste man sich aber auch die Frage stellen, warum Maslow von Defizitbed\u00fcrfnissen spricht, wenn man nicht Angst um seine Existenz haben muss, sollte man eines dieser Bed\u00fcrfnisse nicht befriedigen k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Nur positives Recht oder gar Naturrecht?<\/h2>\n\n\n\n<p>Davon abgesehen erscheint es wohl plausibel, dass es die Angst vor Hunger und K\u00e4lte war, die uns gelehrt hat, Felder zu bestellen beziehungsweise H\u00e4user zu bauen. Und ebenso plausibel erscheint es, dass die Angst vor Bedrohungen uns dazu getrieben hat, Mauern hochzuziehen \u2013 ab diesem Zeitpunkt wurde aus der unspezifischen Bedrohung eine Bedrohung von aussen.<\/p>\n\n\n\n<p>Intoleranz entw\u00e4chst der Angst, die eigene Sicherheit zu verlieren. Wiederum kann ebensolche angstgetriebene Intoleranz dazu f\u00fchren, dass die W\u00fcrde eines anderen bedroht wird. Und dies, obwohl ebendiese W\u00fcrde unantastbar sei, wenn man etwa dem ersten Artikel des deutschen Grundgesetzes folgt:<\/p>\n\n\n\n<p>Die W\u00fcrde des Menschen ist unantastbar. Sie zu achten und zu sch\u00fctzen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt.<\/p>\n\n\n\n<p>Obwohl sie von untergeordneter praktischer Relevanz ist, ist die Interpretation des Artikels umstritten, mitunter \u2013 wenn auch erstaunlicherweise \u2013 weil es sich dabei um eine normative Aussage handelt. <a href=\"#_edn17\" id=\"_ednref17\">[17]<\/a> Der Artikel trifft eine sowohl evaluative wie auch pr\u00e4skriptive Aussage; er wertet und schreibt vor. <a href=\"#_edn18\" id=\"_ednref18\">[18]<\/a> Versteht man den Artikel als \u00fcberpositives Recht, also als Naturrecht, spielt es keine Rolle, ob er im deutschen oder in sonst einem Grundgesetz steht \u2013 oder \u00fcberhaupt irgendwo steht. Denn Naturrechte umschreiben universell g\u00fcltige Prinzipien gesellschaftlicher Ordnung, auf deren Normen menschliches Zusammenleben gr\u00fcndet. Naturrechte sind gewissermassen ab Geburt gegeben \u2013 \u00e4hnlich wie das Naturgesetz der Schwerkraft. Die Unantastbarkeit der W\u00fcrde gilt, wie die Schwerkraft, ubiquit\u00e4r.<\/p>\n\n\n\n<p>Anderer Auffassung sind Rechtspositivisten, die zwischen dem Recht (im Allgemeinen) und ebendiesem Artikel (im Speziellen) keine gegebene Verbindung zu ethischen oder moralischen Fragen sehen. Artikel 1 des Grundgesetzes gilt einzig und allein, weil es die gesetzgebende Instanz im vorgeschriebenen Verfahren verabschiedet hat. <a href=\"#_edn19\" id=\"_ednref19\">[19]<\/a> Diese Interpretationsweise hat den Rechtspositivisten Hans Kelsen dazu verleitet, festzustellen, dass demnach jeder beliebige Inhalt Recht sein oder werden kann. <a href=\"#_edn20\" id=\"_ednref20\">[20]<\/a> Damit wenden sich Rechtspositivisten auch gegen gewissermassen schwache Auffassungen der sogenannten Radbruchschen Formel von 1946, benannt nach dem deutschen Rechtsphilosophen Gustav Radbruch (1878\u20131949). Ihr folgend, muss sich ein Richter dann \u2013 aber nur dann \u2013 gegen das geltende Recht und f\u00fcr materielle Gerechtigkeit entscheiden, wenn das fragliche Recht als unertr\u00e4glich ungerecht anzusehen ist, etwa weil die Gleichheit aller Menschen bewusst verleugnet wird. <a href=\"#_edn21\" id=\"_ednref21\">[21]<\/a> Nun ist das Recht auf die schiere Existenz unbestrittenerweise ein \u2013 oder gar das \u2013 Naturrecht sui generis. Jeder Angriff sowohl auf ein Grundbed\u00fcrfnis wie auch auf das Sicherheitsbed\u00fcrfnis bedroht dieses Existenzrecht, denn in allen F\u00e4llen handelt es sich um ein unverzichtbares Defizitbed\u00fcrfnis.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Zur\u00fcck zur wohlwollenden Interpretation<\/h2>\n\n\n\n<p>Und physiologisch betrachtet, ist es auch nicht von Relevanz, ob diese Bedrohung objektiv real oder lediglich subjektiv empfunden wird: Wird ph\u00e4nomenologisch Angst empfunden, entspinnt sich daraus immer eine sogenannte Verteidigungskaskade, <a href=\"#_edn22\" id=\"_ednref22\">[22]<\/a> die typischerweise (aber nicht nur) eine Flucht- oder eine Kampfreaktion evoziert. Intoleranz kann als eine solche Kampfreaktion gelesen werden, die darauf abzielt, die reale oder vermeintliche Bedrohung gewissermassen zu beseitigen.<\/p>\n\n\n\n<p>Heisst dies, dass man Intoleranz, weil sie einer real empfundenen Existenzangst entspringt, wiederum tolerieren soll? Nicht unbedingt, nein. Ausser, man versteht sich sowohl als kritischen wie auch als toleranten Menschen. Damit sei aber selbstverst\u00e4ndlich keine normative Aussage erhoben, sondern nur eine These oder gar nur eine Arbeitshypothese festgehalten, die wie folgt lautet:<\/p>\n\n\n\n<p>Gewissen Haltungen kann man auch beim besten Willen \u2013 sprich, trotz wohlwollender Interpretation \u2013 nicht mit Toleranz begegnen. N\u00e4mlich immer dann, wenn diese Haltungen den eigenen Toleranzwillen aushebeln, weil sie <em>in sich<\/em> intolerant sind beziehungsweise Toleranz <em>an sich<\/em> ablehnen. Das ist immer dann der Fall, wenn Haltungen sich durch Intoleranz <em>definieren<\/em>, wenn also Intoleranz der Kern der Haltung ist. In einer (Haltungs-)Welt ohne Toleranz ist Toleranz, offenkundig, nicht vorhanden und damit auch nicht anwendbar. Ergo wirkt eine <em>in sich<\/em> oder <em>an sich<\/em> intolerante Haltung gewissermassen wie ein Nullmultiplikator. Anders verh\u00e4lt es sich mit Haltungen, denen Intoleranz nicht definierend innewohnt, aus denen aber Intoleranz emergiert beziehungsweise wenn sich Intoleranz aufgrund einer Haltung <em>manifestiert<\/em>.<\/p>\n\n\n\n<p>Unter Emergenz wird der Umstand verstanden, dass ein einzelnes Gehirnneuron nur elektrische Impulse weiterleiten kann, es aber noch keine Gedanken oder gar ein Bewusstsein erzeugt. Hingegen erzeugt das Zusammenspiel von Milliarden von Gehirnneuronen Gedanken beziehungsweise Bewusstsein \u2013 und damit etwas, das sich aus der Funktion eines einzelnen Neurons nicht direkt ableiten l\u00e4sst. <a href=\"#_edn23\" id=\"_ednref23\">[23]<\/a> Intoleranz ist als Haltung immer ein Gedankengeflecht, das entsteht \u2013 weil Gedanken sich per se nur mit Emergenz erkl\u00e4ren lassen. Ausschlaggebend ist aber das Momentum der Emergenz: Intoleranz als <em>definierendes<\/em> Element emergiert gewissermassen prim\u00e4r: Die Intoleranz steht an erster und vielleicht sogar einziger Stelle. Intoleranz als ein sich <em>manifestierendes<\/em> Element emergiert hingegen sekund\u00e4r; es ist eine m\u00f6gliche Folge einer bestimmten Haltung, nicht aber die Haltung an sich.<\/p>\n\n\n\n<p>Ob diese These haltbar \u2013 oder nur dank sehr viel wohlwollender Interpretation \u00fcberhaupt ertr\u00e4glich ist \u2013 darf nun Ihnen \u00fcberlassen werden.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref1\" id=\"_edn1\">[1]<\/a> &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; In einem vereinfachenden Sinne wird der Begriff Haltung stellvertretend etwa f\u00fcr Gedanken, Aussagen oder auch Handlungen verwendet.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref2\" id=\"_edn2\">[2]<\/a> &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Wilson, N. L. (1959). Substances without Substrata. The Review of Metaphysics<em>, 12,<\/em> 532f.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref3\" id=\"_edn3\">[3]<\/a> &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Baillargeon, N. (2007). <em>Intellectual Self-Defense<\/em>. New York: Seven Stories.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref4\" id=\"_edn4\">[4]<\/a> &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Davidson, D. (1984): Inquiries into Truth and Interpretation. Oxford: Clarendon.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref5\" id=\"_edn5\">[5]<\/a> &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Dennett, D. (1989). The Intentional Stance. Cambridge: MIT Press.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref6\" id=\"_edn6\">[6]<\/a> &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Pru\u015b, J. &amp;Sikora, P. (2023). The Dialectical Principle of Charity: A Procedure for a Critical Discussion. <em>Argumentation,<\/em> <em>37<\/em>, 577ff.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref7\" id=\"_edn7\">[7]<\/a> &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; https:\/\/nationalgeographic.de\/wissenschaft\/2021\/07\/der-ursprung-des-coronavirus-vier-moegliche-szenarien\/<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref8\" id=\"_edn8\">[8]<\/a> &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; https:\/\/www.nzz.ch\/technologie\/allen-verschwoerungstheorien-ist-ein-gefuehl-der-ueberlegenheit-gemein<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref9\" id=\"_edn9\">[9]<\/a> &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Bloch, A. (1980). Murphy\u2019s Law, Book Two: More Reasons why Things go Wrong! (S. 52). Los Angeles: PSS.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref10\" id=\"_edn10\">[10]<\/a> &nbsp;&nbsp; Frankfurt, H. G. (1978). The Problem of Action. American Philosophical Quarterly, 15,157ff.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref11\" id=\"_edn11\">[11]<\/a> &nbsp;&nbsp; An dieser Stelle werden Sie hoffentlich dazu geneigt sein, zwei W\u00f6rter dieses Satzes in Anf\u00fchrungszeichen setzen zu wollen.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref12\" id=\"_edn12\">[12]<\/a> &nbsp;&nbsp; Selbstverst\u00e4ndlich w\u00fcrde das Urteil in Bezug auf die Akteure ganz anders ausfallen!<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref13\" id=\"_edn13\">[13]<\/a> &nbsp;&nbsp; https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Zuschauereffekt<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref14\" id=\"_edn14\">[14]<\/a> &nbsp;&nbsp; Fischer, P., Jander, K., &amp; Krueger, J. (2018). Sozialpsychologie. Berlin: Springer<em>.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref15\" id=\"_edn15\">[15]<\/a> &nbsp;&nbsp; Maslow, A. (1943). <em>A Theory of Human Motivation.<\/em> <em>Psychological Review, 50<\/em>, 370ff.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref16\" id=\"_edn16\">[16]<\/a> &nbsp;&nbsp; Rheinberg, F. &amp; Vollmeyer, R. (2018). <em>Motivation<\/em>. Stuttgart: Kohlhammer.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref17\" id=\"_edn17\">[17]<\/a> &nbsp;&nbsp; https:\/\/www.uni-muenster.de\/imperia\/md\/content\/kfg-normenbegruendung\/intern\/publikationen\/gutmann\/07_gutmann_-_menschenw__rde_als_rechtsbegriff.pdf<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref18\" id=\"_edn18\">[18]<\/a> &nbsp;&nbsp; https:\/\/www.spektrum.de\/lexikon\/philosophie\/normativ\/1443<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref19\" id=\"_edn19\">[19]<\/a> &nbsp;&nbsp; https:\/\/www.bpb.de\/kurz-knapp\/lexika\/recht-a-z\/323925\/rechtspositivismus\/<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref20\" id=\"_edn20\">[20]<\/a> &nbsp;&nbsp; Kelsen, H. (1960). <em>Reine Rechtslehre: Einleitung in die rechtswissenschaftliche Problematik<\/em> (2. Aufl., S. 201). Leipzig: Deuticke.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref21\" id=\"_edn21\">[21]<\/a> &nbsp;&nbsp; https:\/\/wcms.itz.uni-halle.de\/download.php?down=34979&amp;elem=2798224<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref22\" id=\"_edn22\">[22]<\/a> &nbsp;&nbsp; Kozlowska, K., Walker, P., McLean, L., &amp; Carrive, P. (2015). Fear and the Defense Cascade: Clinical Implications and Management. <em>Harvard Review of Psychiatry, 23,<\/em> 263ff.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref23\" id=\"_edn23\">[23]<\/a> &nbsp;&nbsp; Weber, M. (2005). Supervenienz und Physikalismus. In U. Krohs &amp; G. Toepfer (Hrsg., S. 73), Philosophie der Biologie. Frankfurt am Main: Suhrkamp.<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In diesem Beitrag geht es um Toleranz \u2013 aber erst ganz zum Schluss. Zuvor wird ein weiter Umweg genommen, um auf das philosophische Prinzip beziehungsweise&hellip;<\/p>\n<p> <a class=\"more-link\" href=\"https:\/\/blog.ksk.ch\/index.php\/2025\/10\/21\/mauern-definieren-was-draussen-ist-ein-essay-ueber-angst-und-toleranz\/\">Read more<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":39,"featured_media":4593,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1,23,4],"tags":[],"class_list":{"0":"post-4584","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-allgemein","8":"category-der-rektor-bloggt","9":"category-schulleitung"},"publishpress_future_action":{"enabled":false,"date":"2026-04-18 12:10:20","action":"change-status","newStatus":"draft","terms":[],"taxonomy":"category","extraData":[]},"publishpress_future_workflow_manual_trigger":{"enabledWorkflows":[]},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/blog.ksk.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4584","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/blog.ksk.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/blog.ksk.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.ksk.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/39"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.ksk.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=4584"}],"version-history":[{"count":29,"href":"https:\/\/blog.ksk.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4584\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":4617,"href":"https:\/\/blog.ksk.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4584\/revisions\/4617"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.ksk.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media\/4593"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/blog.ksk.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=4584"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.ksk.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=4584"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.ksk.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=4584"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}