{"id":5043,"date":"2026-10-23T10:04:00","date_gmt":"2026-10-23T10:04:00","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.ksk.ch\/?p=5043"},"modified":"2026-10-23T10:12:58","modified_gmt":"2026-10-23T10:12:58","slug":"__trashed","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.ksk.ch\/index.php\/2026\/10\/23\/__trashed\/","title":{"rendered":"Think First, ChatGPT Later: Von der Herausforderung, kritisch zu denken"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wer zuerst selbst denkt und die KI erst danach einbezieht, lernt nachhaltiger. Das zeigt eine aktuelle Studie, die Referentinnen der Universit\u00e4t Z\u00fcrich an der schulinternen Weiterbildung der KSK vorstellten. Der Tag stand ganz im Zeichen des Kritischen Denkens, in Theorie und Praxis.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Michael Volkart<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-drop-cap wp-block-paragraph\">Kritisches Denken findet an der KSK schon seit eh und je statt. Durch die Digitalisierung und die rapide KI-Entwicklung hat der Begriff in den letzten Jahren aber weiter an Bedeutung gewonnen. Dies l\u00e4sst sich am neuen <a href=\"https:\/\/edudoc.ch\/record\/234273\/files\/Anerkennungsreglement_gymnasiale-Maturitaet_2023_d.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Rahmenlehrplan f\u00fcr Maturit\u00e4tsschulen<\/a> erkennen, den die EDK 2023 verabschiedet hat und der in allen Schweizer Kantonen Reformen f\u00fcr die Gymnasien nach sich zieht. Kritisches Denken ist demgem\u00e4ss eine am Gymnasium zu f\u00f6rdernde \u00fcberfachlich-methodische Kompetenz, die darin besteht, Sachverhalte differenziert und eigenst\u00e4ndig zu analysieren, diese in die eigene Urteilsbildung einzubeziehen und dabei eigene und fremde Vorurteile zu erkennen und auszuschliessen.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Schulische Projekte<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Bereits 2024 hat sich an der KSK eine Arbeitsgruppe dem Thema Kritisches Denken angenommen und hat die <a href=\"https:\/\/www.ksk.ch\/kskd.html\/18236\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Aktionswoche Kritisches Denken<\/a> ins Leben gerufen, die seit dem vergangenen Schuljahr jeweils im November f\u00fcr alle Jahrg\u00e4nge der KSK durchgef\u00fchrt wird. Als nun am ersten Montag nach den Herbstferien dieses Schuljahrs eine schulinterne Weiterbildung f\u00fcr die Lehrpersonen zum Thema Kritisches Denken stattfand, stand darum insbesondere die praktische Umsetzung des Themas im Vordergrund. Wie kann Kritisches Denken im Unterricht ge\u00fcbt und sichtbar gemacht werden?<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Die Theorie des Kritischen Denkens<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Im ersten Teil der Weiterbildung gaben die Referentinnen des Instituts f\u00fcr Erziehungswissenschaft der Universit\u00e4t Z\u00fcrich einen Einblick in die Theoriebildung zum Begriff des Kritischen Denkens und zeigten auf, dass sich kritisches Denken an bestimmten Aktivit\u00e4ten beziehungsweise Kompetenzfacetten erkennen l\u00e4sst: Wer kritisch denkt, kann ein Problem spezifizieren, die Relevanz und Vertrauensw\u00fcrdigkeit von Informationen absch\u00e4tzen, Beurteilungsfehler aufgrund von \u00abschnellem Denken\u00bb vermeiden, die Folgen von Handlungsalternativen abw\u00e4gen und Entscheidungen und Massnahmen pr\u00e4zise kommunizieren. Zur Frage, wie sich dies im Unterricht f\u00f6rdern l\u00e4sst, wurden verschiedene Vorschl\u00e4ge vorgestellt. Wichtig sei, so die Referentinnen, dass in authentischer Weise an echten Problemen gearbeitet werde. Methodisch k\u00f6nne dabei beispielsweise auf dialogischen Unterricht oder auf Formen des Mentorings zur\u00fcckgegriffen werden.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"768\" src=\"https:\/\/blog.ksk.ch\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/SchiLf-2-HeJ-verkleinert-1024x768.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-5046\" srcset=\"https:\/\/blog.ksk.ch\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/SchiLf-2-HeJ-verkleinert-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/blog.ksk.ch\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/SchiLf-2-HeJ-verkleinert-300x225.jpg 300w, https:\/\/blog.ksk.ch\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/SchiLf-2-HeJ-verkleinert-768x576.jpg 768w, https:\/\/blog.ksk.ch\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/SchiLf-2-HeJ-verkleinert-1536x1152.jpg 1536w, https:\/\/blog.ksk.ch\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/SchiLf-2-HeJ-verkleinert.jpg 2000w\" sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Prof. Dr. Doreen Flick-Holtsch von der Universit\u00e4t Z\u00fcrich referierte am Vormittag in der Aula (Julia Heier).<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Kritisches Denken und K\u00fcnstliche Intelligenz<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die aktuell wohl brennendsten Fragen bez\u00fcglich des Kritischen Denkens stellen sich aufgrund der mittlerweile omnipr\u00e4senten K\u00fcnstlichen Intelligenz. Die Referentinnen stellten das Thema an den Schluss ihres Inputs vom Vormittag und best\u00e4tigten anhand empirischer Studien, was viele Lehrpersonen bereits intuitiv in den Klassenzimmern wahrnehmen: Eine unreflektierte und vorschnelle KI-Nutzung steht einem nachhaltigen Lernerfolg oft im Weg, da regelm\u00e4ssiges \u00abcognitive offloading\u00bb, die regelm\u00e4ssige Auslagerung des Denkprozesses an eine KI, langfristig auch \u00abcognitive surrender\u00bb nach sich ziehen kann, die kognitive Kapitulation vor denkerischen Herausforderungen. Das heisst mitnichten, dass auf die Arbeit mit KI-Tools verzichtet werden soll. Eine von den Referentinnen vorgestellte j\u00fcngere <a href=\"https:\/\/link.springer.com\/article\/10.1007\/s10648-026-10118-7\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Studie<\/a> aus Singapur hat im universit\u00e4ren Kontext gezeigt, dass KI vor allem dann lernf\u00f6rderlich sein kann, wenn sie nicht als erster Schritt in der Auseinandersetzung mit einer Fragestellung konsultiert, sondern erst nach einer ersten eigenen Urteilsbildung beigezogen wird. Inwiefern sich die Losung \u00abThink First, ChatGPT Later\u00bb, die die Autorinnen der Studie formuliert haben, auch auf den gymnasialen Kontext \u00fcbertragen l\u00e4sst, wird aktuell untersucht.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Die \u00dcberf\u00fchrung in die Praxis<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Im zweiten Teil der Weiterbildung ging es dann um die praktische Umsetzung. Die Lehrpersonen erarbeiteten meist zu zweit handlungsorientierte Aufgaben und Projekte anhand einer vorgegebenen Szenario-Methode. Die oft interdisziplin\u00e4r aufgestellten Tandems entwickelten dabei Projekte zu einer F\u00fclle von Themen, seien dies beispielsweise die Sch\u00fclerproteste in Frankreich, das Leben am Vulkan aus literarischer und geografischer Perspektive, der Zusammenhang von Heizung und Umwelt oder die kulturelle Aneignung des Jazz. Auf die Umsetzung der Projekte im Unterricht oder im Rahmen einer Sonderwoche darf man entsprechend gespannt sein.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wer zuerst selbst denkt und die KI erst danach einbezieht, lernt nachhaltiger. 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